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19. Mai 2011 / Gaby Goldberg

Analog oder digital?

 „Good teachers never teach anything. What they do is create the conditions under which learning takes place.“  – (Samuel Ichiye Hayakawa)
Hayakawa hat Recht, finde ich. Und  er verbindet  zwei #opco11-Beiträge, die für mich in den bisherigen Diskussionen die Gegenpole markieren: den von  HerrLarbig und den  zur Konnektivismus-Agenda von George Siemens.
Analog oder digital: Welche Lernumgebung gerade passend ist, muss jede Lehrkraft selbst entscheiden; ebenso, welche Mittel sie wählt. Weder analoge noch digitale Medien sind per se (un)passend. (Wobei ich zugeben muss: die in der HerrLarbig-Liste aufgeführte Kreidetafel, der Overheadprojektor und der Lehrervortrag haben mich erstmal schlucken lassen.  Mit Kreidetafel und Lehrervortrag kann ich mich allerdings unter bestimmten Bedingungen noch anfreunden: wenn nämlich Kreidetafel  für jede andere Art von Tafel/Notizbrett/FlipChart steht und der Lehrervortrag unter sieben Minuten dauert. Der Mehrwert des Overheadprojektors  erschließt sich mir nicht.)
In einem Punkt ist das analoge dem digitalen Lernen ganz sicher überlegen: in der Integration der Sinne, im haptischen Element. Wie HerrLarbig schreibt: „Digitale Lernprozesse führen oft zu einer Entsinnlichung des Lernens.“ Was ein Grund dafür sein dürfte, dass das digitale Lernen das analoge auch bei günstigsten Rahmenbedingungen nie verdrängen wird.
Eine andere Beobachtung von Thorsten Larbig finde ich ebenfalls sehr interessant. Er hat sie in einem Kommentar zu Hannes‘ E-Learning-Erfahrungen formuliert: „Im institutionellen Rahmen funktioniert das Lernen mittels digitaler Werkzeuge viel seltener, als man angesichts der öffentlichen Diskussion glauben mag. Meine Hypothese: In formellen Lernprozessen unterliegt E-Learning oft solchen Restriktionen und Kontrollmechanismen, dass es keinen Spaß macht und, wenn nicht der Druck groß genug ist, schläft ein.“
Stichwort Moodle?
Ansonsten möchte ich gern noch auf zwei Artikel zum Berufsbild des Lehrers verweisen, auf die ich vor einigen Wochen  beim Stöbern im „Zeit“- Archiv  (31/2010 – August) gestoßen bin.  Darin werden zwei Lehrertypen einander gegenübergestellt: der – salopp formuliert – frontalunterrichtende alte Haudegen und der methodenwechselerprobte Computerfreak. Beide Artikel suggerieren einen Antagonismus, den es bei Lehrkräften nicht geben sollte: Persönlichkeit versus Methodik.  Das Artikel-Fazit: „Anscheinend ist die Methodik am Ende doch nur zweitrangig. Viel entscheidender wirken das Auftreten, die Persönlichkeit eines Lehrers. Wenn die Schüler merken, da macht sich einer Gedanken um sie, nimmt sie ernst und ist von seinem Fach begeistert.-“

Ich denke,  egal, wen und welche Altergruppe in welchem Rahmen man unterrichtet, ob digital oder analog: Das eine kann nicht als Entschuldigung für das Fehlen des anderen benutzt werden. Das Plädoyer sollte lauten: Persönlichkeit und Methodik.

Die Links zu den beiden Artikeln:

http://www.zeit.de/2010/31/Lehrer-alt?page=1

http://www.zeit.de/2010/31/Lehrer-jung

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