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21. Mai 2011 / Gaby Goldberg

#opco-Woche 3: Lerntechnologien

Eine runde Zusammenfassung der #opco11-Diskussionen, die mich in den vergangenen drei Wochen am intensivsten beschäftigt haben, ist für mich Lisa Rosas Blogartikel mit dem schönen Titel „Hätte Kant gesurft?“ Sie beantwortet die Frage eindeutig  mit “ ja“ und skizziert überzeugend das Was, Wie und Warum einer neuen Lernkultur im digitalen Zeitalter.

Die technischen Möglichkeiten dieser neuen Lernkultur lotet in einer erfreulich klaren Sprache der Horizon Report 2011  aus, eine der Leseempfehlungen zur dritten #opco11-Woche. Er diskutiert  die potentiellen Auswirkungen und Anwendungen neuer Technolgien auf Lehre, Lernen und kreative Forschung. Vier Trends werden benannt:

  1. Da Studierende nahezu permanent Zugriff auf Informationen haben, sind Lehrende zum Überdenken ihrer Rolle gezwungen.
  2. Die Menschen erwarten, 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche dort  lernen zu können, wo sie wollen.
  3. Aufgrund neuer Internettechnologien wird die Arbeitswelt zunehmend kollaborativ.
  4. Die neuen Technologien machen es sinnvoll, Daten und Services in die Cloud zu verlegen.

Vier Herausforderungen an die Bildungseinrichtungen schließen sich an, die Stichworte: Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation, neue Formen wissenschaftlichen Publizierens auf Kosten der Entwicklung adäquater Evaluationsmaßstäbe, Konkurrenz für die traditionellen Universtitäten und der Zwang, mit der rapiden technischen Entwicklung Schritt zu halten.

Dann folgt die Liste der  sechs Technolgien, die sich nach Annahme des Berichts durchsetzen werden. Sie sind drei Zeithorizonten zugeordnet:

  • kurzfristig (d.h. innerhalb der nächsten zwölf Monate: elektronische Bücher und mobile Endgeräte)
  • mittelfristig (d.h. innerhalb von zwei bis drei Jahren: Augmented Realitiy und gamebasiertes Lernen)
  • langfristig (d.h. innerhalb von vier bis fünf Jahren: gestenbasiertes Computing und Learning Analytics)

Was die mobilen Endgeräte betrifft, ist Israel sowohl qualitativ als auch quantitativ schon vor einiger Zeit in der  Zukunft angekommen. Dass sich allerdings Apps durchgesetzt hätten, die das Deutschlernen unterstützen, ist mir noch nicht aufgefallen. Andererseits: dieses Potential sollte man bei der Entscheidung über ein neues Lehrbuch berücksichtigen.

Ganz sicher relevant für mich dürfte die interaktive Ausrichtung der Augmented Reality sein – als Hilfsmittel zur Verbindung von Fremdsprache und Heimatland, möglich sogar ohne weitere technische Neuerungen und mit relativ leicht integrierbar in den Kursalltag. Hier lohnt sich  Weiterdenken und -recherchieren.

Tja, und dann natürlich Learning Analytics: hilfreich für jede Bildungsinstitution und jede Lehrkraft. Wobei mir zwei Punkte Magenschmerzen verursachen, die der Bericht auch als Probleme benennt – möglicherweise unzureichender Datenschutz und die Gefahr, die Lernenden auf Zahlen zu reduzieren.

_________

PS: Und das hier wäre in unseren Breiten Material für einen Spezialkurs – auf Deutsch natürlich:

www.peacemakergame.com/game.php

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  1. gibirger / Mai 23 2011 1:57 pm

    Shalom Gaby,

    freut mich, dass Du nach mehreren Führerscheinen, die Du erfolgreich in der moodle-Burg MMF abgelegt hast, dich endlich ins Web 2.0 traust.
    Deshalb möchte ich dich darauf aufmerksam machen, wenn Du auf mein Material zurückgreifst, es webüblich zu verwenden. Ich habe nie behaupetet, dass Apps, die das Deutschlernen unterstützen, sich durchgesetzt hätten.
    http://gibirger.wordpress.com/2011/05/17/scott-wilson-zu-opco11/
    Aber sie sind da. Und wenn Du sie in die Entscheidung über das zukünftige Lehrbuch, das Du und Deine KTL benutzen wollen, einbeziehst, kann ich Dir nur gratulieren.
    Liebe Grüsse
    Eva

    • Gaby Goldberg / Mai 23 2011 8:06 pm

      Eva hi,
      herzlichen Dank für die freundliche Begrüßung in den wilden Weiten der web2.0-Welt! Komplett habe ich die schützende Moodle-Burg zwar nicht verlassen – immerhin tummelt sich die Institution, für die wir beide arbeiten, ja munter im Burghof. Aber die eine oder andere Zinne auf verschlungenen Pfaden außerhalb der Festungsmauern zu besteigen, ist eine unterhaltsame und willkommene Abwechslung.
      Danke auch für deinen Hinweis zur webüblichen Verwendung von Material – das kann nicht oft genug gesagt werden. Nur hat meine Bemerkung zur Durchsetzung von Apps zum Deutschlernen weder mit dir noch mit deinem Artikel zu tun, sondern 1. mit dem Report, den ich – webüblich – zitiert habe, 2. mit der Fortbildung von Hermann Funk zur „Kommunikativen Grammatik“ in Jerusalem und seiner „studio-d“-Präsentation in Tel Aviv (in beiden Veranstaltungen wurden Apps thematisiert), 3. mit Gesprächen in den Kurspausen. Als Funk über das „studio-d“-App redete, war mir nicht klar, welchen Stellenwert Apps in einem Gesamtkonzept für ein Lehrwerk haben könn(t)en. Meine „Feldforschung“ in den Kurspausen zur Frage, wer was nutzt bzw. nutzen würde, ergab verhaltene Reaktionen – und darauf bezog sich der Satz über die Apps-Durchsetzung beim Deutschlernen. Meine Lektüre des Horizon-Reports ging deshalb mit einer inneren Notiz einher, diesem Aspekt der Lehrbuchdiskussion, die unsere beiden Institute ja gemeinsam führen, doch mehr Beachtung zu schenken.
      Beste Grüße
      Gaby

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