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30. Juni 2011 / Gaby Goldberg

#opco-Woche 9: Konzeptfragen

#opco-Woche 9 (von elf, Thema „Microlearning“) ist fast zu Ende, und ich habe es noch immer nicht begriffen: Welchen Status hat der sogenannte Online-Event – ins Klardeutsche in den meisten Wochen simpel mit „Vortrag plus Fragen des Publikums“ zu übersetzen – im Kurskonzept?

Da erhält man – dankenswerterweise – eine Leseliste des Veranstalters. Eine Teilnehmerin richtet – wunderbar! – ein Etherpad zur Sammlung von Diskussionsfragen ein, das im Vorfeld genutzt wird. Auch der Redner  erstellt dann – ebenfalls ausgezeichnet! – ein Etherpad mit weiteren ausführlichen  Literaturhinweisen und Ansätzen zur Diskussion.

Und schließlich findet der Vortrag statt… in einer Form, als hätte es keinerlei Vorbereitung dazu gegeben. Teile der Literatur werden breit nacherzählt, Fragen mit – zugegebenermaßen prägnanten – Zitaten aus dem Lektürematerial beanwortet. Das Problem bei prägnanten Beispielen ist aber: man erinnert sich sofort daran und fühlt sich nicht ernst genommen, wenn der Redner sich im Vortrag auf Eigenzitate beschränkt  und die im Vorfeld aufgeworfenen weiterführenden Fragen allenfalls streift.

Ich war bei der Online-Sitzung nicht anwesend; ich habe sie nachgearbeitet. Inklusive Twitterchat, von dem ein Chatter sagte, er sei „fruchtbarer als der Vortrag“. Ich schließe mich der Einschätzung an und komme auf meine Ausgangsfrage zurück: Welchen Status hat der Vortrag im Gesamtkonzept? Ich war davon ausgegangen, dass sich Literatur und Vortrag ergänzen sollten – ein „Sowohl-Als auch“ also. Aber in der Mehrzahl der Fälle wirkte der Online-Event auf mich wie das „Oder“ zum „Entweder“ der Lektüre: als hätten die Redner vergessen, dass das  Material bereits online zur Verfügung stand. Oder als hätten sie nicht damit gerechnet, dass weiterbildungswillige Menschen sich ernsthaft damit beschäftigen. In dieser Woche war das besonders schade, denn die Lindner-Lektüre fand ich wirklich bereichernd, die Diskrepanz zwischen Lektüre und Vortrag dann um so enttäuschender.

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  1. apanat / Jun 30 2011 7:14 pm

    Ich hatte den Eindruck, dass Lindner im Vortrag das Konzept „Microlearning“ in Frage stellte und statt dessen die Begriffe „Microcontent“ und „Microteaching“ favorisierte. Da in gewisser Weise alles Lernen Microlearning sei, sei nir das Lerndesign mit Hilfe von Microcontent neu.
    Das hatte ich aus der Literatur nicht so verstanden.
    Was habe ich nun falsch verstanden, seinen Vortrag oder die Literatur?

  2. Gaby Goldberg / Jul 1 2011 7:08 am

    Vielleicht geht es einfach nur um Terminologie und nicht um Konzepte?
    Die Literatur ist tatsächlich weniger explizit.

  3. Claudia Bremer / Jul 1 2011 10:59 am

    Hallo, ich glaube das Format ist für viele neu, Veranstalter und Teilnehmende und wir experimentieren. Und vielleicht ist da der Gedanke, den ich auch oft in der Uni beobachte: ich stelle es vorher ins Netz, und dann halten wir es als Lehrende doch nicht durch, da wir gar nicht daran glauben, dass tatsächlich ein paar Lernende es lesen und belohnen dann die, die es nicht gelesen haben und demotivieren die, die es gelesen haben, die dann lernen: vorher lesen lohnt ja gar nicht…. und genau das drücken Sie ja auch hier aus. Ich finde das spannend, dass es ebenso online passiert und will mir gar nicht der Veranstalterrolle und -verantwortung entziehen. vielleicht müssen wir das klarer setzen, auch wir lernen da gerade noch

    • Gaby Goldberg / Jul 1 2011 12:13 pm

      @Claudia Bremer: Danke für die Antwort! Auch diesem Problem liegt die Frage der Zieldefinition zugrunde. Die Situation ist wohl allen bekannt, die irgendwo in der Lehre beschäftigt sind – und ich denke, es gibt einen Mittelweg. Zum Beispiel: ca. sieben bis maximal zehn Minuten „Wiederholung“, also Kurzfassung des Lesematerials, danach Einstieg über die im Etherpad formulierten Diskussionsfragen. (In geschlossenen Gruppen / im Präsenzunterricht würde ich sogar soweit gehen, im Vorfeld eine Teilnehmerin / einen Teilnehmer zu bitten, die Zusammenfassung zu übernehmen. Das gibt eine völlig andere Dynamik.)

  4. Claudia Bremer / Jul 2 2011 2:36 pm

    @ Gaby: ja, danke für die Hinweise… ich denke im OPCO: wir üben noch 😉 Ist ein neues Format und wir sammeln Erfahrungen. Ist ja auch für die Referenten neu und die Frage ist, wie weit wir den Referenten dann vorgeben, was sie tun, da müssen wir uns auch erst einpendeln, vor allem da die Teilnehmenden ja von Woche zu Woche dabei sind, die Referenten aber eben nicht alle und ich sehe uns da als Veranstalter auch in der Rolle ggf. mehr Hinweise an die Referenten zu geben, was sich da inzwischen gezeigt hat, als gut erwiesen usw. Heisst: ich will da absolut nicht aus der Verantwortung gehen, ganz im Gegenteil! Ich lerne gerade als Veranstalter da unglaublich viel, wie man so was gestalten kann. Nur: wir wissen ja selbst oftmals gar nicht ganz genau, wie „brav“ die Teilnehmenden vorher lesen. Ich glaube z.B. dass in Christian Spannagels Session einige nicht vorher gelesen haben, was dann für diejenigen unglaublich schwierig war, einzusteigen. Heisst: wir lernen noch, von Woche zu Woche dazu, was ganz spannend ist. Danke für die Hinweise! Claudia

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  1. Fontanefan zu opco11: Mein Lerninput von: Martin Lindner: Microlearning-Vortrag

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