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12. Juli 2011 / Gaby Goldberg

Ein Anfang ist gemacht

In einem früheren Kurs-Blogpost oder -kommentar  hat Claudia  Bremer den Open Course mit einer Tagung verglichen. Ich finde diesen Vergleich zwar insgesamt sehr passend, aber mindestens im Ergebnis unterscheiden sich beide Veranstaltungen doch grundlegend voneinander: Ich habe noch nie eine Tagung mit einer persönlichen Projektplanungsliste verlassen. Allenfalls mit Anregungen, die durch Gespräche in der Kaffeepause aufkamen.

Am Ende des #opco ist das anders. Ganz konventionell auf diversen Zetteln  finden sich auf meinem Schreibtisch Skizzen zu Microlearning,  mobilem Lernen und Lerntechnolgien mit Umsetzungsmöglichkeiten in meinem Arbeitsbereich. Über allem – der Dauerbrenner – steht die Frage nach der Qualität im (Weiter)Bildungsangebot.

Dieses Ergebnis übertrifft meine Erwartungen an den Open Course. Ich hatte mich weniger aus Begeisterung für das Kursthema angemeldet – mein Interesse war  sehr allgemein, denn ich arbeite schon lange im Ausland im Bereich Deutsch als Fremdsprache und habe weder mit dem akademischen Betrieb noch mit dem deutschen Bildungssystem allzu viel zu tun. Vor allem wollte ich das MOOC-Format kennenlernen und erfahren, wie ich mit dieser Art von Lernveranstaltung zurechtkomme und ob sie sich für mich als Lernweg eignet. Das tut sie – siehe Arbeitsliste – ganz sicher.

Was hat meinen Lernerfolg gefördert? Zuerst einmal der Rahmen, den die Agenda mit den Lektürevorschlägen und die Wochenzusammenfassungen setzten. Dann der Rahmen, den ich mir selbst definiert habe: Konsequente Verwaltung meines Zeitbudgets, Konzentration auf Materialien, die für mich von Interesse sind (sowohl aus der Agenda als auch bei der Bloglektüre). Das hat ganz gut geklappt, nur beim Scannen der Tweets habe ich mich hin und wieder mal verloren. Als Leitsatz scheint mir gerade in einem MOOC wichtig zu sein: Jedes im MOOC lernende Individuum hat andere Prioritäten – was in meinem persönlichen Ranking ganz oben steht, kann für andere völlig unwichtig sein.

Meine Arbeitsweise: Lesen und Sichten der Agenda-Lektüre bildeten bei jedem Thema die  ersten beiden Arbeitsschritte, Filtern und Sortieren des Materials mit Hilfe von anderen Texten und Blogbeiträgen, die im Laufe der jeweiligen Themenwoche publiziert wurden, Schritt drei und vier. Ein kleiner lerntagebuchartiger eigener Blogartikel (manchmal auch zwei)  mit mir wichtigen Stichpunkten oder Aspekten zum Thema: Schritt fünf A. Schritt 5B: Kommentare anderer Post.

„Comment“ und „connect“ – darum geht es laut Dave Cormier in einem MOOC. Nun – ein Anfang ist gemacht. Fazit: Für mich war der Open Course insgesamt eine sehr bereichernde Erfahrung. Kleine Kritikpunkte – wie zur Live-Session – habe ich andernorts schon angesprochen.

Was ich noch nicht erwähnt habe: Ich habe sogar sprachlich profitiert. In einem Tweet hat  lisarosa das Verb „schwurbeln“ benutzt, das ich bisher noch nicht kannte und nun in meinen Wortschatz aufgenommen habe.

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  1. Claudia Bremer / Jul 12 2011 10:11 pm

    Danke für die Reflexion! Was mich gerade noch umtreibt ist eine Nachfrage: was hat von Woche zu Woche die Motivation hoch gehalten (bin grad der Motivation auf der Spur, generell, nicht nur hier, hatten es heute schon wieder in einer Sitzung davon, am FR in einer Weiterbildung und und und). Was motiviert in einem solchen Setting wie dem OPCO? Welche Rolle spielt dabei das virtuelle Gegenüber, die vermeintliche Community, die echten und gedachten Lernpartner, Betreuung (die hier ja geringer ausfällt als in normalen Seminaren) aber vor allem das Netzwerk, die Wegbegleiter?

    • Gaby Goldberg / Jul 13 2011 5:50 am

      Was hat die Motivation hochgehalten? Hmmm. Erstmal generell: Wenn ich mich zu einer Veranstaltung verpflichte, sei sie offen, sei sie geschlossen, versuche ich, wirklich „teilzunehmen“. Erstens, weil ich mich verpflichtet habe, zweitens, weil nur durch Aktivität Reibung entsteht und nur durch Reibung ein Austausch. Drittens, weil der Veranstalter „investiert“ hat und eine Reaktion „verdient“. Und wenn er dann noch betreut – auch in geringerem Umfang als in geschlossenen Kursen und „nur“ durch Zusammenfassungen oder gelegentliche Kommentare, dann erst Recht – dieser Punkt ist immens wichtig.
      Im Fall des OPCO hat mich dann noch die Vielfalt der Beiträge motiviert – jeder hat einen anderen Akzent, ich habe immer irgendwo eine Anregung gefunden. Die Community spielte allerdings für mich noch keine große Rolle (dazu habe ich selbst auch zuwenig Zeit ins networking investiert). Einzelne BeiträgerInnen schon – Jasmin zum Beispiel, bei der ich oft Denkanstöße erhalten habe.

  2. Claudia Bremer / Jul 13 2011 6:51 am

    Hallo Gaby, danke für die Rückmeldung! Ist für mich sehr ausschlussreich! Ich erlebe oft, dass Teilnehmende sich am Anfang entschliessen teilzunehmen, aber dann im Seminar selbst, vor allem in online Phasen, doch recht viel persönliche, direkte Ansprache von Aussen brauchen, dies durchzuhalten. Das hatte ich schon mal geschrieben am Anfang, dass sie oft für Taktung zahlen. Daher: Sie scheinen ein gutes Maß an Selbstorganisationskompetenz zu haben 😉 Gruss Claudia

  3. Gaby Goldberg / Jul 13 2011 6:23 pm

    Jaaaa, Claudia, ich glaube schon: Selbstorganisationskompetenz habe ich mir anerzogen (Mutter von drei schulpflichtigen Kindern, Vollzeitstelle, keine Haushaltshilfe… da lernt frau Prioritäten setzen und verfolgen). – Direkte Ansprache braucht es wohl bei Unsicherheit über die eigenen Ziele, Angst vor der Bewertung/Abwertung durch andere und durch ein „Response-Vakuum“. Will sagen: Im Normalleben erkenne ich sofort, wie jemand auf mich/meinen Beitrag reagiert, selbst wenn er nichts sagt – Körpersprache, Mimik sind oft deutlich genug. Online entfällt das – und man muss erst lernen, damit umzugehen.

Trackbacks

  1. Frage: … der Motivation auf der Spur…..??? | OpenCourse 2011

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